Der Verkauf auf Online-Marktplätzen, wie Amazon, Zalando und OTTO ist für viele Händler, aufgrund der großen Reichweite, in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Bevor Sie Ihre Produkte online verkaufen können, sollten Sie jedoch wissen, welche Online Marktplätze es gibt und wie Sie diese für sich nutzen können. Deshalb finden Sie im Folgenden einen kurzen Überblick darüber, wie Sie Ihre Produkte erfolgreich über Online-Marktplätze verkaufen können und was es zu beachten gilt.

Welche Online-Marktplätze gibt es?

In Deutschland sind Amazon, OTTO und Zalando die beliebtesten Online-Marktplätze. Davon ist Amazon der mit Abstand erfolgreichste Online Marktplatz. Im Jahr 2021 verzeichnete der Internet-Gigant einen Umsatz von 413,5 Milliarden Euro. Zalando konnte im gleichen Jahr einen Umsatz von circa 10,5 Milliarden Euro verzeichnen. Der deutsche Online Marktplatz von OTTO ist mit einem Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Euro zwar im Vergleich zu den amerikanischen Riesen eher klein, erfreut sich aber dennoch wachsender Beliebtheit. Des Weiteren sind da noch Ebay oder Etsy als weithin bekannte Online Marktplätze zu nennen. Insgesamt boomt aber der Verkauf bei Amazon, Zalando, OTTO und Co: Die Umsatzzahlen im Online-Handel sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

Vor- und Nachteile eines Online-Marktplatzes

Die größten Vorteile des Verkaufs über Amazon, Zalando und OTTO sind folgende:

  • Die Reichweite wird gesteigert, da sich viele Kund*innen bereits auf den Online Marktplätzen befinden und so auf Ihre Produkte aufmerksam werden können.
  • Der Online-Marktplatz ist eine zusätzliche Einnahmequelle da Ihnen ein zusätzlicher Vertriebsweg bereitsteht.
  • Sie können bei Amazon, Zalando, OTTO und Co Ihre Produkte international verkaufen.
  • Sie können die technische Infrastruktur des Online-Marktplatzes nutzen und benötigen kaum eigene Vorkenntnisse und Fähigkeiten, um den Händler-Account zu erstellen.
  • Manche Marktplatz-Anbieter bieten zudem einen Versand-, Logistik- und Kundenservice für Ihre Marke, den sogenannten Fulfillment-Service an – dies kostet allerdings extra.
  • Online können Sie Ihre Produkte an sieben Tagen pro Woche, rund um die Uhr verkaufen.
  • Kunden vertrauen Ihnen, weil Sie Ihre Produkte auf bekannten und beliebten Online Marktplätzen anbieten.

Es gibt aber auch einige Nachteile, die Sie im Vorfeld beachten sollten:

  • Auf Online-Marktplätzen herrscht ein hoher Wettbewerb, da meist mehrere Verkäufer ein ähnliches Produkt anbieten.
  • Wenn Sie Ihre Produkte online verkaufen, verlangen die jeweiligen Marktplatz-Anbieter eine Provision, die von Ihrem Produktsortiment abhängt. Sie wird vom Marktplatz-Anbieter von Ihrem Umsatz abgebucht, bevor er Ihnen ausgezahlt wird.
  • Marktplätze wie Amazon, Zalando oder OTTO geben klare zeitliche Vorgaben für den Versand von Produkten und inhaltliche Vorgaben für die Betreuung des Händler-Accounts. Halten Sie diese Verpflichtungen nicht ein, können Sie verwarnt, Ihr Händler-Account gesperrt oder Ihre Produkte nicht mehr gelistet werden.

Wie funktioniert der Verkauf auf Amazon, OTTO, Zalando und Co?

Händler können sich zunächst bei den verschiedenen Online-Marktplätzen einen eigenen Händler-Account einrichten. Anschließend können die Produkte, meist über eine spezielle Plattform des Marktplatzes eingestellt und wichtige Informationen und Preise eingetragen werden. Wenn Sie Ihre Produkte zum Beispiel über Amazon verkaufen möchten, nutzen Sie das Amazon Seller Central, um Ihren Account zu erstellen und Ihre Produkte einzustellen. Bei den meisten Online-Marktplätzen können Sie zusätzlich entscheiden, ob sie den Versand-, Logistik- und Kundenservice lieber selber übernehmen, oder ob der Marktplatz-Anbieter dies für sie über den Fulfillment-Service organisiert. Den Verkaufserlös und Ihre Verkäuferleistung können Sie ebenso über die Verkäufer-Plattformen der jeweiligen Online-Marktplätze ständig kontrollieren und auswerten.

Was ist juristisch zu beachten?

Damit Sie Ihre Produkte rechtssicher online verkaufen können, müssen Sie verschiedene Angaben in Ihren Händler-Account einbinden. Folgende Texte müssen Sie dabei beachten:

  • Impressum
  • AGB (Marktplatzspezifisch) und Kundeninformation
  • Datenschutz
  • Widerrufsbelehrung
  • Preisangaben
  • Zahlungs- und Versandbedingungen
  • Urheberrecht und Haftungsausschluss
  • Vertragsschluss mittels Button
  • Verbraucherschlichtung
  • Batteriehinweis (wenn nötig)

Je nachdem welches Produkt sie über Amazon, Zalando, OTTO und Co. verkaufen wollen, müssen Sie unterschiedliche Angaben machen. Deshalb empfehlen wir Ihnen, rechtliche Aspekte immer im Einzelfall mit Ihrem Anwalt zu besprechen. Für einen ersten Überblick zu diesem Thema gibt es aber eine nützliche Checkliste für einen rechtssicheren Online-Shop *1 von der IHK Rhein-Neckar. Weiterhin ist zu beachten, dass Online Marktplätze Händler sperren können. Die rechtlichen Regelungen dazu sind bisher nicht ausreichend geklärt. Daher ist es wichtig, dass Sie Produkte auf mehreren Marktplätzen online zum Kauf anbieten.

Gute Organisation ist auf Online Marktplätzen unverzichtbar

Wenn Sie online Produkte verkaufen möchten, brauchen Sie eine effiziente Logistik-Strategie. Dazu zählen zum Beispiel die permanente Kontrolle von Warenbeständen und Lieferfristen. Wenn Sie mehrere Plattformen nutzen, erfordert dies eine noch bessere Organisation und Koordination. Sollten Sie Ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, können die Anbieter eines Online-Marktplatzes Sie verwarnen oder ihren Händler-Account sperren. Nutzen Sie allerdings den Fulfillment-Service eines Online-Marktplatzes, entfallen für Sie viele dieser Aufgaben und Schwierigkeiten: Sie brauchen kein Lager, müssen den Transport nicht organisieren und Sie sparen den Zeitaufwand für die Organisation von Rücksendungen etc. Außerdem übernimmt dann der Marktplatz-Anbieter die Verpackung Ihrer Produkte nach dem Verpackungsgesetz *2.

Eine zentrale Management-Software für Online Marktplätze

Tradebyte ist eine Software, die Händler mit über 80 Online Marktplätze im Fashion- und Lifestylebereich in Europa vernetzt. Die Händler behalten dadurch nicht nur einen besseren Überblick, wenn sie ihre Produkte auf mehreren Marktplätzen, wie Zalando oder OTTO online verkaufen, denn auch die Arbeitsabläufe können mit Tradebyte optimiert werden. In einem weiteren Artikel werde ich Ihnen diese Software und ihre Funktionen näher erläutern.

*1: https://www.rhein-neckar.ihk24.de/recht/wirtschaftsrecht/internet/checkliste-rechtssicherer-online-shop-3639702

*2: https://www.verpackungsregister.org/information-orientierung/themenpakete/verpackg-im-allgemeinen